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Der Canyon-Diablo-Fall

Barringer-Krater


Vor etwa 20.000 Jahren schlug ein Eisenmeteorit mit einem Gewicht von etwa 2.000.000 Tonnen in der Wüste von Arizona, Nordamerika, ein und riss ein Loch von fast 1,5 Kilometer Breite und 170 Meter Tiefe (Barringer- bzw. Arizona-Krater). Seine Zerstörungskraft war größer als die einer Wasserstoffbombe von 30 Megatonnen oder 30.000.000 Tonnen TNT-Sprengstoff. Canyon-Diablo-Meteorite

Lybisches Wüstenglas

Tutenchamun-Pektoral aus lybischem Wüstenglas

Die als Libysches Wüstenglas bekannten Gesteine finden sich in der Großen Sandsee in Ägypten, auf einer Fläche von etwa 6.500 Quadratkilometern. Man ist sich sicher, dass das Wüstenglas unter hohem Druck und unter hohen Temperaturen durch das Schmelzen von Silikat oder, falls vor 28 bis 29 Millionen Jahren schon vorhanden, Wüstensand entstand. Bei dessen Vorgang stehen zwei Theorien im Vordergrund: die eine besagt, dass das Einschmelzen des Materials durch die Kräfte eines einschlagenden Meteoriten geschah. Dem italienischen Physiker C. Patuelli zufolge hat sich das Wüstenglas nicht unter dem Einfluss irdischer Schwerkraft gebildet. Dies sei an seiner Kristallstruktur zu erkennen. Viel mehr wurde das Material glutflüssig unter der Gewalt des Meteoriteneinschlags ins Weltall geschleudert, erstarrte dort zu Glas und ist zur Erde zurückgestürzt.
Der zweiten Theorie nach D. Futrell und J. O'Keefe zufolge zeigt das Wüstenglas aufgrund seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung starke Ähnlichkeiten mit dem von Apollo 15 und Apollo 17 zur Erde gebrachten Mondgesteins. Von diesem weiß man, dass es durch vulkanische Aktivitäten auf dem Mond entstanden sein muss. Es ist für beide Forscher durchaus vorstellbar, das bei einem Meteoriteneinschlag Vulkanglas ins Weltall geschleudert und irgendwann von der Erdanziehungskraft eingefangen wurde und schließlich über der Libyschen Wüste herabregnete.
Das Wüstenglas ist in vielfachem Maße seltener als Gold. Dies wussten auch die alten Ägypter, die dieses außergewöhnliche Material zur Herstellung von Schmuck und Insignien für ihre Herrscher verwendeten. Das außergewöhnlichste dieser Stücke ist wohl das Tutenchamun-Pektoral, in dessen Mitte ein Skarabäus aus Wüstenglas eingelassen ist. Ebenso wurdem zahlreiche rasiermesserscharfe Klingen gefunden, die ägyptische Handwerker aus diesem Material schlugen.
Wüstenglas-Exemplare

Der Peekskill-Fall

Durch Peekskill beschädigtes Auto

Am 9. Oktober 1992 durchschlug dieser Meteorit aus dem Meteoritenschauer der Draconiden in Peekskill, New York/USA, das Heck eines Chevrolets und blieb im Asphalt stecken. Der Meteorit wurde auf seinem Flug gefilmt - die Aufzeichnung finden Sie hier als Media-Clip von der ARD [972 KB] .

Der Sichote-Alin-Fall

Darstellung des Sichote-Alin-Boliden -

Briefmarke der UdSSR zum 10. Jahrestag des Falls

Am Vormittag des 12. Februar 1947 beobachteten die Bewohner des östlichen Sibirien um 10Uhr30 Ortszeit bei hellem Sonnenschein eine längliche Feuerkugel am Himmel, die einen riesigen Rauchschweif hinter sich herzog. Wenige Minuten später vernahm man mehrere laute Explosionen. Verschiedene Expeditionen entdeckten etwa 200 einzelne Krater, von denen 24 einen Durchmesser zwischen neun und 26,5 Meter aufwiesen. Sie liegen im Gebiet von Sichote Alin, etwa 100km ostnordöstlich Iman. Der ursprüngliche Meteorit dürfte vor seinem Eindringen in die Erdatmosphäre über 70 Tonnen schwer gewesen sein.
Sichote-Alin-Meteorite

Der Tagish-Lake-Fall

Der Tagish-Lake-Meteorit

Der vermutlich älteste, zumindest von Aufbau und Zusammensetzung her primitivste bekannte Meteorit wurde im vergangenen Jahr vom Eis des Tagish Lake im Nordwesten des kanadischen Bundesstaates British Columbia geborgen. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science" berichten zwei Forschergruppen aus den USA über die eingehende Analyse des Tagish-Lake-Meteoriten, der aus dem äußeren Teil des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter stammt.
In einem gewaltigen Feuerball war der Meteorit am frühen Morgen des 18. Januar 2000 zur Erde gestürzt. Mehrere Dutzend Augenzeugen und verschiedene US-Militärsatelliten verfolgten den Sturz des Gesteinsbrockens, dessen Größe auf die eines Lieferwagens geschätzt wurde. Glücklicherweise fiel der Brocken auf den zugefrorenen Lake Tagish, von dem die Trümmerstücke innerhalb einer Woche geborgen wurden.
Dabei ging der Finder, ein Amateurgeologe, so umsichtig vor, dass der Meteorit nicht durch irdisches Material verunreinigt wurde, sondern so erhalten blieb, wie er Milliarden Jahre durch den Weltraum flog. Er sorgte dafür, dass das Material immer tiefgefroren blieb. Fachleute wie Sandra Pizzarello, Professorin am Chemischen Institut der staatlichen Universität von Arizona in Tempe, sind sich einig: Bei dem, was da in Kanada niedergegangen ist, handelt es sich vermutlich um das ursprünglichste Material, das bislang in den Laboren untersucht werden konnte.
"Das einzig Unglückliche ist, dass der Finder uns nur ein kleines Stück für die wissenschaftliche Analyse gegeben hat und den Rest weiterhin zurückhält", bedauert Pizzarello. Ihre Arbeitsgruppe hat diese Probe des Meteoriten auf organische Bestandteile untersucht, also Kohlenwasserstoffverbindungen und Zyanide, die der organischen Chemie zugerechnet werden. Dabei unterscheidet sich der neue Brocken deutlich von allen bisher untersuchten Funden: Offenbar hat er weniger Veränderungsprozesse durchlaufen.
Viele der mit Hitze verbundenen Prozesse, die bei anderen Meteoriten vom Typ kohliger Chondrit zu komplexen organischen Molekülen wie Aminosäuren oder langkettigen Kohlenwasserstoffen führten, haben beim Tagish-Lake-Meteoriten nicht stattgefunden. Stattdessen hat der schwarze Stein mit den hellen Einsprengseln einen sehr viel höheren Anteil an interstellarer und präsolarer Materie. Darauf weist der hohe Gehalt an schwerem Wasserstoff und unlöslichen Makromolekülen, etwa polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Fullerenen, hin. Beides findet man im interstellaren Gas, und die Forscher gehen davon aus, dass die Makromoleküle auch einen wesentlichen Teil der Materie darstellten, aus der sich das Sonnensystem bildete.
Tagish-Lake-Meteorite

Der Tunguska-Fall

Tunguska kurz nach dem Einschlag

Am 30. Juni 1908 ereignete sich in der Nähe der Tunguska (Nebenfluss des Jenisseijs) in Zentralsibirien, eine Explosion mit einer geschätzten Stärke von 10 bis 15 Megatonnen TNT, die 6.000qkm Kiefernwald flach legte. Ganze Rentierherden kamen ums Leben. Die Explosion konnte in einem Umkreis von 1.000 km gehört werden und die seismischen Erschütterungen wurden rund um den Globus registriert. In ca. 700 km Entfernung noch, brachten die erdbebenähnlichen Erschütterungen beinahe die Transsibirische Eisenbahn zum entgleisen.

Tunguska heute

Die Explosionshitze war noch in 65 Kilometer Entfernung so stark, dass sich ein Bauer das Hemd vom Leib riss, weil er glaubte, es brenne. Augenzeugen sahen ein längliches Objekt vom Himmel herab fallen, das in bläulich weißem Licht leuchtete. Einer zwanzig Kilometer hohen Lichtsäule folgte eine schwarze pilzförmige Wolke. In den darauffolgenden drei Nächten war es in ganz Europa so hell, dass man nachts im Freien Zeitung lesen konnte. In Kalifornien wurde eine langanhaltende Verringerung der Sonnenstrahlen registriert.

Links zu Informationsanbietern

Max-Planck-Institut für Chemie - Cosmochemistry Dept.   
Niger Meteorite Recon   
Astrolexikon   
New England Meteoritical Services   
Meteoritical Bulletin bei der Meteoritical Society   

Links zu Verkäufern

Meteorite-Martin   
www.strufe.net   
Labor für Cosmo-Petrologie    
R. A. Langheinrich   
Island Meteorites   
The Meteorite Market   

Wussten Sie, dass...

...ein Meteorit im Juni 1998 das Dach einer Kneipe in Portales, Neumexiko, durchschlug, am 1. März 1988 ein Gewächshaus bei Potsdam traf und im November 1946 ein Radfahrer in der englischen Provinz Gloucestershire von einem Meteoriten niedergestreckt wurde? In jedem Jahr enden zwei oder drei Sternschnuppen auf diese Weise und es überrascht, dass es bisher nur selten zu Verletzten oder Toten kam.

...am 12. Mai 1969 dem Briten A. Ferry angeblich ein etwa 10x8cm großer Stein vor die Füße fiel und sich kurze Zeit später auf etwa das doppelte Volumen aufblies?

...etwa 27% der weltweiten Nickelproduktion in der Sudbury-Region bei Ontario, Kanada, gefördert wird und dass viele Geologen annehmen, das dortige Nickelvorkommen stamme von einem vorgeschichtlichen Meteoriten?

...man das Aussterben der Dinosaurier einem etwa 10 Kilometer im Durchmesser großen Meteoriten zuschreibt, der durch die bei seinem Aufschlag aufgewirbelten Teilchen die Atmosphäre verdunkelte und eine Eiszeit auslöste? Der Meteorit ist auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan eingeschlagen und schuf den etwa 170 Kilometer im Durchmesser großen Chicxulub-Krater.

...Forscher aus Massachusetts eine Nachricht von einem Punkt der Erde zu einem anderen schickten, indem sie UKW-Signale vom ionisierten Schweif eines Meteoriten abprallen ließen?